es2625de — Organisation Release
Vom Radioteleskop Effelsberg zur ESO Supernova
Erweiterung des Milchstraßenwegs zum Forschungscampus in Garching
8. September 2026
Am Mittwoch, 9. September 2026 wird am ESO Supernova Planetarium & Besucherzentrum in Garching eine externe Stationstafel des Milchstraßenweges am Radioteleskop Effelsberg eröffnet. Die Plakette mit Informationen zur Galaxie „Sextans A“, die von außen am Gebäude sichtbar ist, wird im Rahmen der Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft vorgestellt. Sie weist die ESO Supernova als weitere Außenstelle des Milchstraßenweges in maßstabsgetreuem Abstand aus.
Der Milchstraßenweg ist einer von drei unterschiedlich skalierten astronomischen Wanderwegen am Radioteleskop Effelsberg. Mit ihnen wird die komplette Entfernungsskala von den Planeten unseres Sonnensystems bis zu fernen Galaxien in Milliarden von Lichtjahren Entfernung erfahrbar.
Der Milchstraßenweg ist eine Einrichtung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) und des Radio-Observatoriums Effelsberg. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Sahrbachtal e.V. als Wanderweg mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern in direkter Umgebung des Radioteleskops Effelsberg eingerichtet.
Das Radioteleskop ist mit seinen 100 Metern Durchmesser das zweitgrößte bewegliche Radioteleskop der Welt. Der Milchstraßenweg zeigt die Entfernungen verschiedener Himmelskörper im Maßstab 1: 1017 (1 : 100 Billiarden) — das entspricht 10.000 Lichtjahren pro Kilometer.
Neben den 20 Kernstationen in der Umgebung des Radioteleskops in der Eifel gibt es eine Reihe von Außenstellen als Erweiterungen des Wegs, unter anderem die Andromeda-Galaxie (Messier 31) am Haus der Astronomie in Heidelberg und die Dreiecksgalaxie Messier 33 am Institut für Raumfahrtsysteme in Stuttgart.
Nun folgt mit Sextans A ein Mitglied vom Rand der Lokalen Gruppe von Galaxien um die Milchstraße und die Andromedagalaxie M31. Die kleine irreguläre Zwerggalaxie liegt in Richtung des äquatornahen Sternbilds Sextans in einer Entfernung von rund 4,3 Millionen Lichtjahren. Im Maßstab des Milchstraßenwegs entspricht das nahezu exakt der Luftlinie von 430 km zwischen der ESO Supernova in Garching und dem Radioteleskop Effelsberg. Sextans A wurde im Jahr 1942 von dem schweizerisch-amerikanischen Astronomen Fritz Zwicky entdeckt.
Mit dieser Galaxie gibt es nun fünf externe Stationen des Milchstraßenwegs. Sie markieren auch den Übergang vom Milchstraßenweg zu einem weiteren astronomischen Wanderweg am Radioteleskop Effelsberg, dem Galaxienweg mit einem Maßstab von 1 : 5 x 1022 (1 : 50 Trilliarden). In diesem Maßstab befindet sich das Andromedasystem mit NGC 205 und Messier 31 in unmittelbarer Nachbarschaft von der Milchstraße — im Abstand von nur noch 50 Zentimetern. Sextans A wäre 86 cm entfernt.
Der Übergang zwischen Planetenweg und Milchstraßenweg wird wiederum vom hellsten Stern am Nachthimmel, Sirius, markiert. Sirius liegt in einer Entfernung von knapp neun Lichtjahren in Richtung des Sternbilds Canis Major (Großer Hund). Auf dem Milchstraßenweg liegen die beiden Stationen „Sirius“ und „Sonne/Erde“ nur 90 cm voneinander entfernt; im Maßstab des Planetenwegs beträgt die Entfernung stolze 11.000 km.
Weitere Informationen
Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie hat am Standort des 100-m-Radioteleskops bei Bad Münstereifel-Effelsberg insgesamt vier astronomische Themenwanderwege eingerichtet. Drei davon, mit den Bezeichnungen Planetenweg, Milchstraßenweg und Galaxienweg, bilden die komplette astronomische Entfernungsskala von den Planeten unseres Sonnensystems bis zu fernen Galaxien in mehreren Milliarden Lichtjahren Entfernung ab.
Der Planetenweg im Maßstab 1 : 7,7 Milliarden verläuft über eine Gesamtlänge von 766 m vom Besucherparkplatz am Radio-Observatorium (Zwergplanet Pluto) bis zum Vorplatz des Besucherpavillons mit der Station „Sonne“. Der Planetenweg hat mit dem Nachbarstern Sirius, dem hellsten Stern am Nachthimmel, eine Außenstelle in 11.000 km Entfernung (entsprechend 8,6 Lichtjahren) am APEX-Teleskop des MPIfR in der Atacamawüste in Chile. Die Entfernung von 310 Lichtjahren für den zweithellsten Stern am Himmel, Canopus, machte hingegen bereits eine Station im Abstand des Mondes erforderlich.
Der Milchstraßenweg im Maßstab 1 : 1017 (1 : 100 Billiarden) verläuft über eine Gesamtlänge von 4 km (entsprechend 40.000 Lichtjahre durch unsere Heimatgalaxis) von den Außenbereichen entlang der Sonne bis zum Galaktischen Zentrum. Dieser Weg führt vom Ortsteil Burgsahr der Gemeinde Kirchsahr im Sahrbachtal bis zu einem Aussichtsplateau unmittelbar vor dem 100-m-Radioteleskop selbst. Der Milchstraßenweg hat mit der Andromedagalaxie M31 am Haus der Astronomie in Heidelberg, der Galaxie NGC 205 am Planetarium Mannheim, der Draco-Galaxie am Friedrich-Ebert-Gymnasium in Bonn und der Dreiecksgalaxie M33 am Institut für Raumfahrtsysteme in Stuttgart und der Galaxie Sextans A an der ESO Supernova inzwischen bereits fünf Außenstellen in jeweils maßstabsgetreuem Abstand vom Radioteleskop Effelsberg.
Der Galaxienweg im Maßstab 1 : 5 x 1022 (1 : 50 Trilliarden) verläuft über eine Gesamtlänge von 2,7 km (entsprechend knapp 14 Milliarden Lichtjahren) von unserer Milchstraße bis zu fernen Galaxien und schließlich zurück bis zum Urknall oder dem Beginn aller Zeiten. Er startet auf einem Waldweg hinter dem Radioteleskop und führt bis zur Martinshütte der Gemeinde Kirchsahr, der „Grillhütte am Ende des Universums“.
Zum 50jährigen Jubiläum des 100-m-Radioteleskops ist im Jahr 2021 noch ein weiterer Wanderweg hinzugekommen, der „Zeitreiseweg“, der auf insgesamt 20 Stationen die bislang 50jährige Geschichte des Radioteleskops Effelsberg abbildet. Er führt auf gut 5 km Länge um das Teleskop herum, mit dem Startpunkt direkt am Besucherpavillon.
Links
- Radioteleskop Effelsberg
- Besucherprogramm am Radio-Observatorium Effelsberg
- Milchstraßenweg am Radioteleskop Effelsberg
- Planetenweg am Radioteleskop Effelsberg
- Galaxienweg am Radioteleskop Effelsberg
- Zeitreiseweg am Radioteleskop Effelsberg
- Abstract zum Vortrag „Sextans A: Vom Radioteleskop Effelsberg zur ESO Supernova“ auf der AG-Tagung 2026 in Garching
Kontaktinformationen
ESO Supernova Planetarium & Besucherzentrum
Garching bei München, Germany
Tel: 08932006900
E-Mail: supernova@eso.org
Dr. Norbert Junkes
Press and Public Outreach Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Bonn
E-Mail: njunkes@mpifr-bonn.mpg.de
Dr. Nina Brinkmann
Press and Public Outreach Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Bonn
E-Mail: brinkmann@mpifr-bonn.mpg.de
Über die Pressemitteilung
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